Muränien Muränien!

deutsch-rumänisches Musik- & Kulturprojekt 17.8. – 2.9. und 1.11. – 3.11.2012

Von Sibiu nach Bukarest

Aus Angst, die Fahrt nach Bukarest würde ähnlich lange dauern, wie die nach Sibiu, machten wir uns gleich nach dem Frühstück auf den Weg. Der erste Teil führte uns durch die transsylvanischen Alpen, immer entlang des Flusses Olt. Die Landschaft war malerisch und so verging die Zeit durch die Berge wie im Fluge. Ungefähr 150 km vor Bukarest begann dann zur Erleichterung aller eine Autobahn und so schmolzen die Kilometer auch hier schön schnell.

Unsere Einfahrt in Bukarest wurde begleitet vom Blick aufs Thermometer. Die Rumänische Hauptstadt empfing uns mit satten 42 Grad im Schatten. Die Luft war in etwa die eines offenen Herdes, die man tief einatmet. Kurz gesagt, es war HEIß. Am „Kulturhaus“, unserem ersten Spielort hier, trafen wir uns mit Sylvia. Sie ist nicht nur unser Kontakt in Bukarest, sie ist auch Studentin an der Viadrina in Frankfurt (Oder) und hat uns bei den Vorbereitungen der Expedition tatkräftig unterstützt. Im „Kulturhaus“ wurden wir herzlich empfangen und gleich mit „Butterflies in my Stomach“ bekannt gemacht. Mit der fünfköpfigen Band hatten wir nicht nur die Liebe zur Musik gemein, sie pflegten auch einen ähnlichen Humor und waren genauso neugierig auf uns, wie wir auf sie.

Das Konzert begann erst sehr spät, aber für Bukarest war das wohl normal. Die Leute tanzten ordentlich und La Marche gab alles. An einer Stelle jedoch teilte sich das Publikum. Die einen machten weiter wie bisher und eine kleinere Gruppe hörte demonstrativ auf zu tanzen. Nach dem Konzert fragten wir nach und erfuhren den Grund. In einem Lied, das wir uns von Herrn Shantel geborgt haben, kommt die Zeile „Ziganisazia, come on Baby, that is what you need“ vor. Im Songkontext ist das eigentlich kein Problem, aber für sich genommen waren einige der Rumänen etwas beleidigt. Zunächst hatten wir gedacht, die können die Roma nich leiden.  Auf Nachfrage rückte sich das Bild aber in ein anderes Licht. Die Rumänen leben in einem Land voller Unterschiede, an Landschaft, Leuten und Kultur und sie finden es nicht gerade schön, dass sie von außen fast immer auf die „Zigeuner“ reduziert werden.

Der folgende Tag ist geprägt vom Ausschlafen und Reden über die bisherige Reise. Alle Eindrücke zu verarbeiten fällt schwer und sogar herauszubekommen, an welchem Tag wir uns befinden, ist nicht so ganz einfach. Das „Green Hours“, ein Jazz-Klub, im Zentrum der Stadt ist eine Oase im ansonsten rasanten Leben Bukarests. Auf einem Hinterhof kommt man plötzlich in eine entspannte Athmosphäre, wie man sie sich von der Straße her nicht vorstellen konnte. Die Leute vom Klub waren auch wieder sehr zuvorkommend und zu unserer Freude kamen sogar Gäste, die uns schon am Abend vorher im „Kulturhaus“ erlebten. Das Konzert begann für uns etwas irritierend. Für gewöhnlich tanzen bei uns die Menschen, hier aber wurde aufmerksam zugehört. Es gab sogar Szenenapplaus. An dieser Stelle auch nochmal ein herzliches Dankeschön an Robert an der Technik.

Nach einer weiteren Nacht in Bukarest verließen wir die Stadt in Richtung Schwarzes Meer, aber nicht ohne noch einen ausgedehnten Bilck auf den Parlamentspalast zu riskieren. Dieses Gebäude wurde unter Ceausescu als „Palast des Volkes“ errichtet und ist ein wahres Monstrum an Größe und Pompösität. Da hatte wohl jemand ein sehr übersteigertes Selbstbewusstsein. Wir ließen uns auch beeindrucken, aber nicht zu sehr.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am August 28, 2012 von in Expedition, La Marche, Rumänien und getaggt mit , , .

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